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BUND fordert Maßnahmen zur Vernetzung von Lebensräumen

aus dem Konjunkturprogramm II

Die Ablehnung von „Maßnahmen zur Wiedervernetzung von Lebensräumen an bestehenden Bundesstraßen“ in der B 404 im Sachsenwald durch das Wirtschaftsministerium Schleswig-Holstein bezeichnet der Landesverband Schleswig Holstein des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) gesetzeswidrig. Denn im Konjunkturprogramm II der Bundesregierung sind diese Maßnahmen ausdrücklich mit vorgesehen. Für Maßnahmen nur an Bundesstraßen stehen bundesweit 400 Mill. Euro bereit.

Wenn kein Grunderwerb nötig ist, können die notwendigen Biotopverbundanlagen mit Kleintier-Durchlässen an Bundesstraßen kurzfristig realisiert werden, wie z.B. an der B 404 im Sachsenwald. „Wenn die B 404 demnächst umgebaut wird oder eine Deckenerneuerung erhält, dann muss in einem Bereichen mit besonders geschützten Arten und großer Populationen in dem Zusammenhang auch eine Leitanlage mit eingebaut werden“, fordert Helmut Maack, Sprecher des BUND AK Amphibien in Schleswig-Holstein, „das gilt insbesondere auch, weil hier ein FFH-Lebensraum ausgewiesen ist, in dem der BUND seit dem Jahr 2001 bis heute die Amphibienpopulation mit acht besonders geschützten Arten gerettet und überaus stark revitalisiert hat!“ In ganz Schleswig-Holstein gibt es kein annähernd so schützenswertes Amphibienvorkommen an einer Bundesstraße. Der BUND hat der Straßenbaubehörde schon im Jahr 2007 eine Leitanlagen-Konzeptplanung vorgelegt, Baukosten 180.000 Euro.

Der BUND würde es einen Skandal nennen, wenn die B 404 – wie bislang vorgesehen – nur mit einer Asphaltdecke erneuert würde. Das wäre rechtswidrig, weil es gegen das in der FFH-Richtlinie verankerte Verschlechterungsverbot verstoßen würde. „Damit würden auch sämtliche ehrenamtlichen Leistungen und Erfolge für die heimischen Lurche unwiederbringlich zerstört“, erklärt BUND-Projektleiter Hans-H. Stamer. „Über 600 Kartierungen in 1.800 Arbeitsstunden und 8.400 km An- und Abfahrt wurden erbracht. Von 2001 bis heute haben wir über 47.000 Amphibien und Echsen sicher über die B 404 verbracht.“

Der BUND mag sich nicht vorstellen, dass die Straßenbaubehörden mit dem Lebensraum an der B 404 und dem erfolgreichen Engagement der Naturfreunde in der Weise umgehen wird, dass die seit Jahren schon beantragten, durch das Konjunkturprogramm nun auch finanzierten Maßnahmen für die gebotene Wiedervernetzung nicht verwendet werden und damit alle geschützten Arten unserer Tierwelt leichtfertig wieder dem Straßentod aussetzen würden.



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