Willkommen beim BUND Kreisgruppe Herzogtum Lauenburg

Dies ist die Internetpräsenz der Kreisgruppe Herzogtum Lauenburg des BUND.

 

Aktuelles in Kürze

(mehr Informationen über den Link im grünen Kasten)

Die Welt hüllt sich in Finsternis
und kalte Winternacht.
Die Zukunft – grau und ungewiss –
wird sorgenvoll bedacht.

In Sturm und Wind vergeht das Jahr.
Es gab schon bessere, das ist wahr.

Doch keiner kann die Träume rauben,
den Mut, die Kraft, die Zuversicht,
an eine bessere Welt zu glauben –
und schon erstrahlt in uns ein Licht.
Heinz Klöser

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19. Dezember: Blühwiese vorbereitet

Vor einiger Zeit hatte sich der Besitzer einer Wiese am Rande des Naturschutzgebietes Dalbek-Schlucht in Kröppelshagen an den BUND gewandt. Nachdem die bisherige Tierhaltung nicht mehr aufrecht erhalten werden könne, würde er die Fläche gern dem Naturschutz zur Verfügung stellen. Wir haben daraufhin einen Pachtvertrag für die knapp ein ha große Wiese für fünf Jahre abgeschlossen und uns überlegt, was wir dort machen wollen. Die Idee: In Anbetracht der sonst üblichen intensiven Nutzung von Grünland macht es Sinn, eine blühende Wiese herzustellen, auch als Nahrung für die Bienen des anliegenden Imkers. Der Bauhof hat uns freundlicherweise die Fläche gemäht. Mit vereinten Kräften aus Börnsen, Escheburg, Wohltorf und Aumühle haben wir heute den größten Teil des Grases abgeharkt. In den nächsten Wochen wollen wir eine Wildblumenmischung einsäen – und dann gilt es zu warten und zu sehen, wie sich die Wiese entwickelt.

Das Team beim Einsatz...
und danach

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Monatsbeobachtungen im Dezember – Eis auf den Seen

Die letzten Blumen sind verblüht, die Blätter gefallen, und die Kraniche und Wildgänse verziehen sich in wärmere Gefilde. Kalte Winde aus dem Norden wehen über das Land, und grauer Nebel hüllt alles in eine geheimnisvolle, dumpfe Eintönigkeit. Solange der Boden noch herbstlich warm ist, kommt es jedes Mal, wenn kalte Winterluft darüber streicht, zu diesem Nebel, weil die Feuchtigkeit, die aus dem von Regen gesättigten Boden verdunstet, in der kalten Luft umgehend auskondensiert. Die Kraft der Sonne reicht oft noch aus, die Luft im Laufe des Tages hinreichend zu erwärmen, dass sich der Nebel auflöst, doch wird es unweigerlich immer frostiger, und irgendwann kommt kein Nebel mehr, weil auch der Boden so kalt geworden ist, dass er gefriert.
Zum Dezember-Bericht

Ein paar Worte in eigener Sache:
Mit dieser Folge kommen die Monatsbeobachtungen in der Lauenburgischen Natur zum Abschluss. Diese Kolumne zu schreiben, hat mir immer große Freude bereitet. Inzwischen haben sich aber vielfältige neue Verpflichtungen in meiner Naturschutzarbeit ergeben, die mir dringendere und oft weniger freudvolle Einsätze abverlangen. Als Folge davon wird nicht nur die verfügbare Zeit, sich mit den Monatsberichten zu befassen, immer knapper, ich habe auch immer seltener den Kopf frei, rechtzeitig auf neue schöne Ideen zu kommen. Diejenigen, die diese Berichte regelmäßig gelesen haben, werden ohne Zweifel bemerkt haben, dass es mir immer schwerer gefallen ist, die Beiträge jeweils pünktlich zum Monatsanfang abzuliefern. Ich bitte daher um Verständnis, wenn ich nun die Konsequenzen ziehe und von weiteren Berichten absehe.
Insgesamt sind die Monatsbeobachtungen vier Jahre lang gelaufen. Dabei ist im Laufe der Zeit der Umfang eines kleinen Taschenbuches zusammen gekommen. Während dieser Zeit habe ich immer engagierte Unterstützung durch Klaus Tormählen erhalten, der für den BUND diese Webseite betreut und in verdienstvoller Kleinarbeit meine Beiträge editiert hat. Ich danke ihm herzlich dafür. Ich danke auch meinen Lesern, von denen sich vielleicht einige auch zu eigenen Erkundungen in der wirklichen Natur haben anregen lassen. Ganz sicher werde ich mich auch weiterhin zu Wort melden. Dies wird aber eher in unregelmäßigen Abständen und aus aktuellen Anlässen heraus geschehen.
Dr. Heinz Klöser

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Monatsbeobachtungen im November – Späte Genüsse

Und wieder ist es soweit, dass der flammende Herbst sich seinem Ende zuneigt und die Welt in Grau- und Brauntönen zurück lässt. Doch ganz so farblos ist auch der Spätherbst nicht. Je mehr welke Blätter von den Bäumen fallen, desto mehr fallen Beeren und andere Früchte auf, die auch jetzt noch an den Zweigen hängen. Das sieht nicht nur hübsch aus, viele von diesen späten Früchten sind auch essbar und bieten uns unvermutete späte Genüsse, auch wenn man manchmal erst die Tricks kennen muss. Zum Beispiel die allbekannte Vogelbeere. Wenn man sie roh in den Mund steckt, schmeckt sie einfach scheußlich. Sie ist bitter und randvoll mit Stoffen, die einen unangenehmen, pelzigen Geschmack im Mund hinterlässt. Giftig ist sie jedoch nicht. Wenn man also weiß, wie man sie zubereitet, kann man eine leckere Marmelade mit Vogelbeeren kochen. Und das geht so: Zunächst werden die Beeren für eine Nacht in Essigwasser (5%) eingelegt. Damit wird das Gros der Bitterstoffe neutralisiert. Übrig bleibt nur gerade genug, um der Marmelade eine interessante herbe Note zu geben. Dennoch mischt man die Vogelbeeren am besten mit anderem späten Obst.
Zum Bericht

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13. Oktober 2015: Erhabener Ginko erhält Tafel

Kreis-BUND-Projekt „ERHABENE BÄUME im Lauenburgischen" 
Aufstellung einer Tafel für den Ginkgo im Lauenburgischen Fürstengarten

Dr. Wolfram Eckloff hatte als Mitglied der Jury des Projektes eingeladen zur Aufstellung einer Tafel, die den ca. 200 Jahre alte Ginkgo als einen der ausgewählten Bäume des 2012 ins Leben gerufenen Projektes der BUND-Kreisgruppe „ERHABENE BÄUME im Lauenburgischen“ kennzeichnet.
 
Aus ca. 70 Vorschlägen aus der Bevölkerung waren zunächst zwölf Bäume, Baumgruppen bzw. Alleen ausgewählt worden.
 
Bei schon recht herbstlichen Temperaturen zeigte sich der Ginkgo den Baumfreunden, die sich aus diesem Anlass im Fürstengarten in Lauenburg versammelt hatten, noch fast vollständig in seinem grünen Blätterkleid. Dieses besteht aus ganz besonderen - nämlich geteilten - Blättern, die schon Goethe anregten zu seinem 1815 verfassten Gedicht, in dem es heißt „…Ist es ein lebendig Wesen, das sich in sich selbst getrennt? Sind es zwei, die sich erlesen, dass man sie als eines kennt?…“
 
Dr. Eckloff machte darauf aufmerksam, dass der Ginkgo im Fürstengarten sogar in doppelter Hinsicht,  wie im Gedicht „eins und doppelt“ sei; denn der Baum hat auch eine doppelte Krone.
 
Es ist der fünfte Baum, der im Rahmen des Projektes eine Tafel zu seiner Wertschätzung erhält. Gleich von zwei Baumliebhabern vorgeschlagen, wirkt er auch in doppelter Hinsicht „erhaben“: Als ortsprägender Zeitzeuge von beeindruckendem Wuchs mit ca. 4 m Stammumfang und einem Alter, mit dem er zu den ältesten Ginkgos Deutschlands zählt, blickt er von hoch oben weit über die Elbe bis nach Niedersachsen hinein.
 
Mit seiner Nachbarin, der mächtigen alten Blutbuche, teilt er den Altersrekord unter den Bäumen des Parkes.
 
Dank ihres Standortes in der denkmalgeschützten Parkanlage des Fürstengartens, können diese  beiden Bäume hoffen, uralt zu werden.

Für die Initiatoren: Wolfram Eckloff und Kornelia Mrowitzki

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Monatsbeobachtungen im Oktober – Falllaub

Sind unter uns eigentlich auch Science-Fiction-Fans? Solche, die von Zeitreisen in ferne, graue Urzeiten träumen? Nun, das ist in gewissem Sinne einfacher, als man denkt. Man braucht nur in den nächsten Wald zu gehen und auf den Boden zu schauen. Dort findet sich ein Lebensraum, der sich seit Jahrmillionen im Wesentlichen nicht verändert hat: Die Rede ist vom Falllaub. Mögen die Wälder im Laufe der Erdentwicklung auch ständig gewechselt haben von Schachtelhalm- und Bärlappwäldern im Devon und Karbon über die Araukarien- und Mammutwälder in der von Dinosauriern beherrschten Jura- und Kreidezeit bis hin zu den Laubwäldern unserer Zeit, immer gab es welke Blätter und abgestorbene Zweige, die zu Boden fielen und dort von Pilzen zersetzt wurden. Und so haben im Falllaub eine Vielzahl urtümlicher Krabbeltiere den Gang der Zeiten überdauert.
Zum Bericht

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Monatsbeobachtungen im September

Es ist in unseren Landen sicher nicht falsch anzunehmen, dass jeder schon einmal mit Freude Bier getrunken hat. Biertrinker (also wir alle) lassen sich grob in zwei Klassen einteilen; die einen werden bei übermäßigem Biergenuss besoffen, die anderen schlafen vorher ein (ich, zum Beispiel). Letzteres wiederum liegt daran, dass Bier nicht nur aus Gerstenmalz, sondern auch aus Hopfen gebraut wird, einer Pflanzenart, die neben ihrer Bedeutung für das meistgeschätzte Getränk der Welt auch als Heilpflanze mit beruhigender Wirkung bekannt ist. Wenn auch die Landstriche, in denen braufähiger Kulturhopfen angebaut wird, weit im Süden Deutschlands liegen, so kann man die wilde Stammform des Hopfens auch bei uns überall finden, wo der Boden nährstoffreich und feucht ist, wie man sie in Flussauen, an Seeufern und in Sümpfen aller Art findet. Dort windet er sich an Büschen und Bäumen empor.
Zum Bericht

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15. Juli: Sandstrohblume in der Lohe

Dies Gewächs ist ein Blickfänger, die Sandstrohblume. Doch da sie so selten ist, kommt sie uns kaum zu Gesicht. Jetzt wurde sie in der Wentorfer Lohe entdeckt. In der Roten Liste von Schlewsig-Holstein steht sie auf der Gefährdungsstufe 2. Laut Wikipedia kommt sie von Südskandinavien über Mitteleuropa bis nach Südost- und Osteuropa vor. In Deutschland ist die Sand-Strohblume lediglich in Ostdeutschland recht verbreitet. Sie ist nach Bundes-Arten-Schutz-Verordnung besonders geschützt und gilt als gefährdet. Sie bevorzugt trockene, lockere und zumindest oberflächlich entkalkte Sandböden und wächst z. B. in Sandfluren, Schafschwingel-Triften, Kiefernwäldern sowie auf Trockenrasen, Heiden und Dünen.

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13. Juni: Tiere im Moorweiher

Schretstaken. Als der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) im Jahr 2012 das Grundstück übernommen hatte, grasten noch junge schwarzbunte Rinder auf der Wiese. Schnell war klar, dass in dem stark bewegten Relief ein Refugium für Amphibien mit zwei unterschiedlich geprägten Teichen entstehen sollte. Schon Mitte des Jahres wurden die groben Teichbauarbeiten von einer Fachfirma ausgeführt. Dabei stellte sich für uns überraschend heraus, dass im Untergrund noch Reste eines Moores freigelegt wurden, der bis zur Tiefe einer Dorf-Entwässerungsleitung völlig mineralisiert war. Der noch intakte Moorkörper wurde im Boden belassen. Die alte Rohrleitung wurde mit einer Anstauvorrichtung versehen und auch die weiteren Detailarbeiten wurden in Eigenleistung von BUND-Aktiven erledigt.

Am 4. Mai 2013 weihten wir den Amphinienpark mit zahlreichen Gästen aus Nah und Fern ein. Gegen Abend des Tages begrüßte uns ein rufender Laubfrosch aus dem Flachwassertümpel. Ende März fanden wir zwei Laichballen vom Grasfrosch im Moorweiher. Im März 2014 zählten wir dort bereits 10 Laichballen vom Grasfrosch und im Jahr 2015 waren es bereits über 40 Laichballen. Zahlreiche Laubfrösche und Teichfrösche geben weithin hörbar ihre Konzerte, so dass wir von einer starken Vermehrung ausgehen können. Nun hatten sich auch zahlreich weitere Tierarten eingefunden, um hier zu leben: ein Stockentenpaar und ein Teichhuhnpaar haben erfolgreich gebrütet und erfreuen uns und die Nachbarschaft.

Um das Leben im Wasser einmal zu erkunden führten wir am 13. Juni 2015 eine drei Stunden währende Exkursion unter der Leitung von Stefan Greuner-Pönicke durch. Das Ergebnis wurde mit Handzeichnungen protokolliert: Amphibienlarven vom Grasfrosch und Teichmolch, Libellenlarven, diverse Käfer, Wasserflöhe, Ruderwanzen, Rückenschwimmer, Eintagsfliegenlarven, Hüpferlinge, Büschelmückenlarven, Schmetterlings- und Zuckmückenlarve. Ein erwachsener Grasfrosch und ein Teichfrosch, eine einjährige Erdkröte und ein schon in der Metamorphose befindlicher Grasfrosch fanden sich im Kescher. Auffällig ist, dass wir noch keine Wasserschnecken gefunden haben. Der Weißstorch sah uns von seinem neuen Nest aus geduldig zu.

Bei der nächsten Exkursion am 27. Juni soll eine Bestandsaufnahme der Blütenpflanzen und Moose im Amphibienpark durchgeführt werden. Dabei soll ein besonderes Augenmerk auf das Jakobskreutzkraut auf der vormaligen Ackerfläche gelegt werden.

Bericht: Hans-Heinrich Stamer

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20. Mai: Auenwald bleibt

Wie heute die Lauenburgische Landeszeitung meldet, hat das Umweltministerium von Mecklenburg-Vorpommern einen Rückzieher gemacht. Der Auenwald bei Boizenburg wird nicht "entbuscht". Gutachten hätten ergeben, dass der ca. 66.000 Euro teure Eingriff den Elbpegel bei Hochwasser nicht wesentlich senken werde. Damit lohne die Maßnahme nicht. Für den BUND bedeutet dies, dass die Warnungen im Herbst letzten Jahres zu Recht ausgesprochen wurden.
Siehe auch unsere Berichte vom 23. Januar 2015 und 28. Oktober 2014 auf dieser Seite weiter unten.

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19. Mai: Forstbetrieb fällt Baum mit Jungspechten

Bei der Durchforstung eines Waldbestandes am Rande des Sportplatzes von Aumühle wurde eine Fichte mit einer Spechthöhle gefällt. Die Jungtiere sind dabei aus dem Nest geschleudert. Drei von ihnen waren danach tot, drei überlebten. Eine Anwohnerin brachte die noch lebendigen Tiere zu einer Aufzuchtstation des NABU nach Hamburg-Rahlstedt. Nach Auskunft des Leiters des Forstbetriebs Sachsenwald musste die Fällung wegen drohenden Borkenkäferbefalls vorgenommen werden.

Wir finden es völlig unverständlich, dass solche Bäume in der Brutzeit gefällt werden. Es sollte unabdingbar sein, einen anderen Zeitraum zu wählen. Forstbetriebe dürfen zwar ganzjährig wirtschaften. Nach dem Jagdrecht, das eine Schonung in der Brut- und Setzzeit vorsieht, ist die Fällung ein Verstoß. Wir schließen uns der Forderung des BUND-Hessen an:

Keine Holzerntearbeiten in der Brut- und Setzzeit

„Der BUND fordert ein Verbot der Holzerntearbeiten in der Brut- und Setzzeit. Bisher gibt es nur unverbindliche Selbstverpflichtungen von Hessen-Forst und keine Regelungen für den Privat- und Gemeindewald. Diese Regelungen sind unzureichend. Wenn die Vögel brüten und die anderen Tiere des Waldes ihre Jungen „setzen“, dann muss im Wald möglichst Ruhe herrschen. Baumfällungen, Maschineneinsatz zum Holzrücken und viele Menschen, die im Wald ihr Brennholz sägen und verladen, führen unweigerlich zur massiven Störungen. Wenn in über 100-jährigen Wäldern plötzlich bis in den März hinein Holz geerntet wird, dann verlassen Greifvögel, Eulen oder der seltene Schwarzstorch ihre angestammten Bruthorste. Und wenn dann noch bis in den April oder gar Mai tagelang Holz mit schweren Maschinen gerückt und  Brennholz für den privaten Haushalt gesägt wird, dann werden viele Vogelbruten sogar zerstört.”

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18. April: TTIP-Demo in Kiel

Globaler Aktionstag STOP TTIP: Demo in Kiel großer Erfolg

Heute, am 18. April gingen weltweit hunderttausende Bürger*innen unter dem Motto „Mensch und Umwelt vor Profit!“ gegen die Investitionsschutzabkommen TTIP, CETA, TiSA & Co. auf die Straße. Auch in Kiel wurde mit Flashmobs, Straßentheater und einer Demonstration ein Zeichen gesetzt. Vom Bahnhofsplatz zogen über 600 Bürger*innen durch die Stadt zum Europaplatz.

In Redebeiträge von attac, BUND und ver.di wurde über die Gefahren durch die Abkommen aufgeklärt und die Politik zum Handeln aufgefordert: Verbraucherschutz- und Umweltstandards sowie Arbeitnehmer*innenrechte und demokratische Prinzipien dürfen nicht länger unter dem Deckmantel des freien Handels für die Einzelinteressen internationaler Konzerne geopfert werden.

Die zentrale Forderung der Demonstrant*innen war ein sofortiger Verhandlungsstopp für alle Abkommen dieser Art, die Veröffentlichung aller relevanten Dokumente und die Neuausrichtung der europäischen Handelspolitik: Statt Profit sollen Mensch und Umwelt im Mittelpunkt stehen. Die Demonstrant*innen forderten für die Zukunft der weltweiten Handelspolitik einen Auf- und Ausbau tatsächlicher, demokratischer Teilhabe für Bürger*innen und vollständige Transparenz.

Organisiert wurde der Kieler Beitrag zum globalen Aktionstag vom Aktionsbündnis STOP TTIP/kiel. Mitglied im Bündnis sind das Aktionsbündnis Stop Fracking Kiel, die Arbeiterfotografie, attac Kiel, BUND-Landesverband Schleswig-Holstein e. V., Bürgerinitiative gegen CO2-Endlager e.V., Bürgerinitiative Kiel gegen Atomanlagen, Deutsche Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK), DIE LINKE. Schleswig-Holstein, DGB Kern, Frackingsfreier Kreis Plön, Friedenswerkstatt Kiel e. V., GEO step by step, IG Metall Kiel-Neumünster, marxistische linke e.V., Mehr Demokratie e. V., Piratenpartei Schleswig-Holstein, ProVieh e.V., ver.di Kiel/Plön, ver.di Senioren.

Unterstützt wird das Bündnis von der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft Schleswig-Holstein (AbL SH), Bündnis 90/Die Grünen Kreisverband Kiel, Kiel im Wandel und der Initiative für ein gentechnikfreies Schleswig-Holstein.

Weitere Informationen zum Aktionstag unter www.stop-ttip-kiel.de/aktionstag Pressekontakt: Tobias Langguth, Mobil: 0170/4362360, tobias.langguth@bund-sh.de 

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2. April: Bauernstimme warnt

Ein Text aus der Unabhängigen Bauernstimme, Ausgabe April, zur Kenntnis:

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2. April: Fracking und TTIP

Hans-Heinrich Stamer hatte die Organisation und Moderation

Gut besuchte Veranstaltung mit Politik und IHK

Der BUND Landesverband hatte zur Podiumsdiskussion über Fracking, TTIP und CETA in die Alte Meierei in Schwarzenbek geladen. Ca. 80 Besucher lauschten dem Vortrag von Ann-Kathrin Schneider (BUND Berlin), hörten sich die Statements von den drei Bundestagsabgeordneten Dr. Nina Scheer (SPD), Norbert Brackmann (CDU) und Dr. Konstantin von Notz (DIE GRÜNEN), Bürgermeisterin Ute Borchers-Seelig (Schwarzenbek) und Werner Koopmann (IHK-HL Internationales) an. Im Anschluss gab es viele Fragen und Kritik bezüglich des Vorgehens in Berlin und Brüssel. Die Moderation machten Hans-Heinrich Stamer und Manfred Hellberg (BUND Landesvorstand SH).

Hier unser Bericht:

Die Verknüpfung zwischen Fracking und TTIP brachte Ann Kathrin Schneider so auf den Punkt: „Ein Fracking-Verbot in Deutschland könnte von den USA als Handelshemmnis gesehen werden.“ Handelshemmnisse zwischen der EU und den USA sollen mit dem „Transatlantic Trade and Investment Partnership“-Abkommen abgebaut werden. In ihrem Einführungsvortrag ging die Leiterin der BUND-Abteilung für Internationale Klimapolitik zunächst auf das Fracking ein. Das Verfahren zum Fördern von Gas und Öl aus tiefen Erdschichten unter Zuhilfenahme von Unmengen an Wasser, Sand und giftigen Chemikalien berge Risiken für Böden, Grund- und Trinkwasser sowie Landschaft und Klima. Deshalb fordere der BUND ein Verbot. Das Gegenteil werde von der Bundesregierung betrieben. Mit dem aktuellen Gesetzentwurf werde Fracking zu großen Teilen erlaubt. Als Ziele der TTIP-Verhandlungen nannte Schneider das Senken von Zöllen, den Abbau nicht tarifärer Handelshemmnisse, einen erleichterten Marktzugang und den Schutz von Investitionen. „Moratorien könnten auf Grund von Investitionsschutz beklagt werden.“ Die Verhandlungen würden sich auch auf Verbesserungen des Zugangs zu fossilen Rohstoffen beziehen. Das zementiere das Klimaproblem, während Energieeffizienz und Erneuerbare Energien nicht zur Debatte stünden. Dabei sei für die nächsten Jahre der Klimaschutz voranzutreiben mit der Forderung, gerade die Nutzung fossiler Energien stark einzuschränken.

„Wie stehen Sie zum Fracking?“ Mit dieser Frage ging die erste Runde an das Podium. Ute Borchers-Seelig gab die Antwort aus kommunaler Sicht: „Bei der Genehmigung von Erlaubnisfeldern müsse das kommunale Planungsrecht berücksichtigt werden. Aus Sorge vor Verunreinigung des Grundwassers, einer Überfrachtung der Böden mit Giften und vor Folge-Krankheiten wie Krebs gelte: Mit uns kein Fracking.“ Während sich der IHK-Vertreter hier nicht zuständig fühlte und Konstantin von Notz Fracking klar ablehnte, blieben Nina Scheer und Norbert Brackmann ambivalenter. Man müsse erst einmal den genauen Inhalt der Gesetzesvorlage abwarten. Dann könne man sich positionieren. Sie seien zwar gegen Fracking, wollten aber erst nach Kenntnisstand der Details abstimmen. Nina Scheer betonte, dass ein Gesetz unbedingt benötigt würde.

In der zweiten Runde ging es um die Frage „Ist mit einem TTIP-Abkommen die Demokratie in Gefahr?“ Werner Koopmann nannte Gründe, dass die IHK ein Handelsabkommen insbesondere wegen einer Absenkung der Zölle, die derzeit zwischen 2 und 130 Prozent auf den Preisen lägen, begrüßen würde. Allerdings habe die IHK auch Bedenken, wenn Klageverfahren intim abgehalten würden. Zum Vorwurf der nicht öffentlich stattfindenden Verhandlungen meinte er, dass man in die Verhandlungsführer Vertrauen haben müsse. Borchers-Seelig beklagte die Einschränkung von Politik und Verwaltung in den Kommunen und die mangelhafte Transparenz. Brackmann warb mit dem Vergleichsargument China für TTIP. Es gebe eine Chance auf mehr Arbeitsplätze und eine Demokratisierung der Wirtschaft. Auch Scheer beklagte die mangelhafte Transparenz, insbesondere das Verhalten der EU, die Offenheit ablehne. Weil für sie der Verhandlungsstand nicht einsehbar sei, könne sie nicht ja oder nein sagen. Von Notz führte an, dass Handelsabkommen nicht per se schlecht seien, dass aber die Gefahr bestehe, wegen der unterschiedlichen Kulturbereiche Bräuche aufgeben zu müssen. Eine geheime Schiedsgerichtsbarkeit sei rechtlich problematisch. TTIP nütze ausschließlich den Konzernen, die Grünen wollten hingegen eine Stärkung des Mittelstandes.

In der Bürgerfragerunde wurde die mangelhafte Beteiligung der Politik und Bürger beklagt. Eine Diskussion im Bundestag habe bisher nicht stattgefunden. Es gebe aus der Bevölkerung viele Resolutionen gegen TTIP. Wie habe die Politik darauf reagiert? Man höre davon nichts. Angeschnitten wurden Fragen zum Fracking wie z.B. die bisher nicht in den Blick genommene Änderung des Bundesberggesetzes und die Erlaubnis zu Probebohrungen oberhalb 3000 Meter mit der daraus resultierenden Gefährdung des Trinkwassers. Dazu von Notz: „Fracking wird nie wirtschaftlich, man drückt sich um die Folgen und die Folgekosten.“ Brackmann: „Grundwasser ist geschützt. Das Bergrecht soll im Einvernehmen mit den Wasserbehörden geändert werden. Die Beweislast bei Schäden soll zugunsten Betroffener umgekehrt werden.“

Ann Kathrin Schneider stellte zum Abschluss fest: „Seit 30 Jahren wird schon gefrackt, wie z.B. in Niedersachsen. Wir brauchen keine Probebohrungen. Statt einer Klärung der Frage nach Wirtschaftlichkeit benötigen wir Verhaltensänderungen: Energie sparen, Energie effizienter verwenden, Akzeptanz erneuerbarer Energien. Fracking ist eine Hochrisikotechnologie. Fracking beinhaltet ein zusätzliches bisher wenig benanntes Risiko: Die Haltbarkeit der bis über 3000 Meter Tiefe eingebrachten Rohre ist unbekannt. Was ist, wenn diese mit der Zeit brüchig werden? Wie lange sind sie haltbar? Wer kommt für die Schäden auf?“

 

Ann Kathrin Schneider aus der Bundesgeschäftsstelle beim Impulsvortrag
Auf dem Podium: Ann Kathrin Schneider, Konstantin von Notz, Nina Scheer, Ute Borchers-Seelig, Werner Koopmann und Norbert Brackmann

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25. März: Neue Knickschutzregeln akzeptabler Kompromiss

Der BUND-Landesverband begrüßt die heute von Umweltminister Habeck vorgestellte Neuregelung zum Knickschutz. Aus Sicht des BUND ist aber eine stringente Kontrolle notwendig.

Zukünftig soll der Schutzstreifen (bisher Saumstreifen genannt) von 50 Zentimetern auf Äcker begrenzt werden, Grünland wäre nicht mehr betroffen. Der Beschnitt soll alle drei Jahre erlaubt sein, allerdings nun senkrecht in einem Abstand von einem Meter zum Fuß des Knickswalls. Wird der Schutzstreifen freiwillig auf einen Meter verbreitert, wird dieser angerechnet auf die 5 % ökologischen Vorrangflächen, die Landwirte auf ihren Betriebsflächen schaffen müssen, um die vollen finanziellen EU-Fördermittel zu erhalten.

„Der Vorschlag ist ein akzeptabler Kompromiss. Einerseits wird den betriebswirtschaftlichen Interessen der Landwirtschaft Rechnung getragen, andererseits fällt das gesamtgesellschaftliche Ziel der Erhaltung unserer heimatlichen Natur- und Kulturlandschaft nicht völlig unter den Tisch“, kommentiert Dr. Claudia Bielfeldt, Landesvorsitzende des BUND die neue Regelung. „Besonders das Festhalten am Schutzstreifen und den finanziellen Anreiz, diesen freiwillig auf einen Meter zu erweitern begrüßen wir. Die Verkürzung des Schnittzeitraumes auf drei Jahre ist jedoch nur dann akzeptabel, wenn die zukünftige Praxis zeigt, dass diese Ausnahmeregel, die für Knickgehölze mit starkem Breitenwachstum gelten soll, nicht missbraucht wird “, ergänzt Bielfeldt.

Die geplante Aufnahme der Kompromissregelung in das Landesnaturschutzgesetz wäre aus Sicht des BUND auch Gelegenheit, die bisherigen Ausnahmen beim Biotopschutz für Knicks auf den Prüfstand zu stellen. Zudem haben Stichproben des BUND in der Vergangenheit gezeigt, dass bestehende Regeln immer wieder verletzt werden: „Gesetze und Verordnungen können nur greifen, wenn sie auch kontrolliert und Verstöße konsequent sanktioniert werden. Die Behörden müssen endlich personell und materiell in die Lage versetzt werden, ihren gesetzlichen Auftrag auch erfüllen können“, fordert abschließend Tobias Langguth, Referent für Naturschutz beim BUND- Landesverband Schleswig-Holstein.

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20. März 2015: Jahreshauptversammlung

Dr. Heinz Klöser – Mitglied im Kreisvorstand und Verfasser der Monatsbeobachtungen

Die Jahreshauptversammlung der Kreisgruppe wurde mit dem Vortrag „Klimawandel – wie dynamisch sind unser Konzepte?“ von Dr. Heinz Klöser eingeleitet. Der Vortrag wurde mit großer Zustimmung und viel Beifall aufgenommen.

Im Beisein der Landesvorsitzenden Dr. Claudia Bielfeld berichtete der Vorstand über seine Aktivitäten im abgelaufenen Jahr. Stichworte: Bachtag, Betreuung Pirschbachtal, Naturerlebnistag, Straßenbegleitgrün, Erhabene Bäume, Brücke Rotenhusen, Berlin-Demo „Wir haben es satt!“, Elbe-Auwald in Boizenburg, Grünes Band (Möglichkeit eines größeren Projektes für eine Vernetzung der ELK-Niederung im Bereich des NSG Stecknitz-Delvenau-Niederung), Beverkuhl, Wiederherstellung der Durchgängigkeit der Delvenau bei Witzeeze für den Niedermoorschutz, Ankauf Beverkuhl und Schütt´sche Wiese, Amphibienpark Schretstaken, Betreuung von Naturschutzgebieten. Die Kassenprüfung ergab eine einwandfreie Kassenführung ohne Beanstandung. Kassenwartin und Vorstand wurden einstimmig entlastet.

Gabi Stein stellte sich nicht wieder zur Wahl in den Kreisvorstand. Hans-Heinrich Stamer gab einen Rückblick auf ihre aktive Mitarbeit im BUND von 1990 bis heute. Gabi wird auch weiterhin das Pirschbachtal betreuen. Die verbliebenen Mitglieder im Vorstand Birgit Binger, Gerhard Boll, Dr. Lutz Fähser, Bernhard Hub, Dr. Heinz Klöser, Anne Christina Remus, Hans Heinrich Stamer und Klaus Tormählen wurden einstimmig wiedergewählt. Als Landesdelegierte fungieren Jürgen Ziemer, Uli Seibt, Gerhard Boll, Gabi Stein, Bernhard Hub, Heinz Klöser und Hans Heinrich Stamer. Ersatzdelegierte sind: Bettina Boll, Heino Röder, Torsten Walther. Als Kassenprüfer wurden Georg Timm und Uli Seibt gewählt.

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13. März: Überraschung am Trafoturm

Waldkauz baut Nest und legt Eier ab

Im letzten Jahr hatte es sich durch Gewölle schon angekündigt: Der Waldkauz hat Interesse an unserer Eulennisthöhle im Trafoturm in Wohltorf. Jetzt hat er dort ein Nest gebaut und zwei Eier abgelegt. Nun hoffen wir, dass auch bald das Brutgeschäft beginnt. Die nächsten Fotos können wir wohl erst machen, wenn die Jungen da sind und die Eltern auf Futtersuche.

Zur Erinnerung: Das Projekt Trafoturm ist in der Rubrik "Projekte" dokumentiert. Innerhalb von drei Jahren haben wir aus dem verlassenen Gebäude einen "Naturturm" mit diversen Angeboten als Wohnung für Tiere wie Fledermäuse, Höhlenbrüter und Insekten gemacht. Neben den Helfern vom BUND haben auch Kindergruppen an der Gestaltung mitgewirkt. Die Eulen sind die ersten sichtbaren Gäste im Turm.
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Das Foto stammt von Heino Röder

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9. März 2015: Der Elbe fehlt kein Ausbau, sondern das Wasser

BUND-Stellungnahme zu den Elbe-Forderungen der Kammerunion Elbe/Oder

In einer Lobby-Offensive gegenüber Bundes- und Landtagsabgeordneten aus sieben Bundesländern fordert die Kammerunion Elbe/Oder (KEO) die Herstellung einer ganzjährigen Schiffbarkeit der Elbe mit einer Mindesttiefe von 1,60 Metern, sonst „drohe der Verkehrsinfarkt“. Die Elbe müsse deshalb in den neuen Bundesverkehrswegeplan aufgenommen werden.

Dazu erklärt der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND):

Die Kammerunion geht bei ihrer Forderung nach einer ganzjährigen Schiffbarkeit der Elbe mit einer Mindesttiefe von 1,60 Metern von falschen Annahmen aus. Für eine funktionierende Binnenschifffahrt sind verlässliche Mindesttiefen Voraussetzung. Dafür benötigt ein freifließender Fluss wie die Elbe eine Mindestwassermenge. Nach den vorliegenden amtlichen Daten liegt diese Mindestwassermenge in der Elbe nicht mehr vor.

Im Jahre 2014 hatte die Elbe an allen 365 Tagen Niedrigwasser. Der langjährige Mittelwasserstand wurde an keinem Tag erreicht. Die Folge: Der Güterverkehr auf der Elbe, der sich schon 2013 auf einem historischen Tiefststand von 0,8 Millionen Tonnen befand, brach 2014 um weitere 50 Prozent auf 0,4 Millionen Tonnen ein. Das ist weniger als 0,2 Prozent dessen, was auf allen bundesdeutschen Wasserstraßen zusammen transportiert wurde.

Seit 1992 verfolgt das Bundesverkehrsministerium das Ziel, eine Mindestfahrrinnentiefe von 1,60 Metern an 345 Tagen im Jahr zwischen Dresden und Hamburg zu gewährleisten. Jahr für Jahr wurden dafür (mit zweijähriger Unterbrechung von 2002 bis 2004) fünf bis zehn Millionen Euro investiert. Die Gesamtausgaben für die Wasserstraße Elbe beliefen sich auf ca. 40 Millionen Euro pro Jahr.

Für dieses 1,60-Meter-Ziel wurde als Rechengröße ein Bezugswasserstand aus dem Zeitraum von 1973 bis 1986 zugrunde gelegt. Das waren jedoch wasserreichere Jahre. Wenn es deren Abflussmengen aktuell noch gäbe, dann böte die Elbe heute die angestrebte Tiefe von 1,60 Metern. Die mangelhafte Befahrbarkeit der Elbe wird aber keineswegs durch unzureichende Baumaßnahmen der Vergangenheit und Gegenwart, sondern eben durch den Mangel an Wasser verursacht.

Seit 25 Jahren führt die Elbe immer häufiger und länger extreme Niedrigwasser; es fehlt dann inzwischen fast ein halber Meter. Diese fehlenden Wassermengen können weder herbeigebaut noch herbeigebaggert werden, wie das Bundesverkehrsministerium schon mehrfach dargelegt hat. Heute zügige „Sanierungsmaßnahmen“ im Zuge eines Gesamtkonzeptes Elbe für eine ganzjährige Schiffbarkeit einzufordern, geht an der Realität vorbei. Auch wenn eine Mindesttiefe von 1,60 Metern für den Containertransport wünschenswert wäre – sie ist an der freifließenden Elbe unrealistisch geworden.

Tatsächlich kann für die Elbe beim derzeitigen Wasserdargebot nur noch eine Tiefe von 1,20–1,30 Metern an 345 Tagen im Jahr gewährleistet werden, wie schon das Bundesverkehrsministerium bei der Elbekonferenz im März 2013 in Magdeburg öffentlich bekannt gab. Darauf wird man sich einzustellen haben.

Buhnen beliebig zu verlängern und den Fluss damit zu vertiefen, wird der Schifffahrt kaum helfen. Solche Ausbaumaßnahmen würden an vielen Stellen die Probleme der Tiefenerosion im Sandfluss Elbe verschärfen. Diese Tiefenerosion lässt schon jetzt nicht nur die umliegenden Auen austrocknen und gefährdet damit das UNESCO-Welterbe sowie das UNESCO-Biosphärenreservat entlang der Elbe, sie ist auch eine reale Gefahr für die Stabilität der Buhnen und Deckwerke. Hauptaufgabe aller Maßnahmen am Fluss muss deshalb künftig sein, dieser Tiefenerosion entgegenzuwirken. Das hat auch die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes erkannt. Diese Herausforderung zu meistern, wird ein Hauptbestandteil des Gesamtkonzeptes Elbe werden müssen.

Ihr Kontakt für Fragen und Mitteilungen
Rückfragen:
BUND-Elbeprojekt:
Dr. Ernst Paul Dörfler, Tel.: 0178 16 17 800
Iris Brunar, Tel.: 0178-163 0204


Hintergrund

Das frühere Ziel,  eine Fahrrinnentiefe von 1,60 Metern zwischen Dresden und Hamburg herzustellen, ist nicht umsetzbar.

Seit den 1990er Jahren ist das Wasserdargebot der Elbe bei Niedrigwasser substanziell zurückgegangen. Durch die Stilllegung von 22 Braunkohletagebauen werden die Grundwässer (Sümpfungswasser) nicht mehr in die Nebenflüsse der Elbe abgepumpt. Das hat entscheidende Auswirkungen auf die Wasserführung der Elbe. Die Niedrigwasserperioden im Strom wurden dadurch länger und die Niedrigwasserstände deutlich ausgeprägter. Die Klimaveränderung begünstigt diese Auswirkungen zusätzlich.

Die Elbe eignet sich nicht als verlässliche und rentable Wasserstraße.

Rund 100 000 Standardcontainer (Twenty-foot Equivalent Unit, TEU) – zwei Prozent aller Container laut KEO – werden zurzeit aus dem Hamburger Hafen per Binnenschiff abgefahren. Doch nur ca. 10 000 davon – also nur 0,2 Prozent aller Container – werden über die Mittelelbe transportiert – trotz finanzieller Unterstützung durch EU-Programme. Das Gros wird im Elberaum per Bahn nach Sachsen und Tschechien befördert, weil die Elbe einen planbaren und damit wirtschaftlichen Transport nicht zulässt.

Die Bedeutung der Elbeschifffahrt ist für die Binnenhäfen marginal.

Aufgrund des extrem wasserarmen Jahres 2014 ist der Umschlag über die Kaikante in den Häfen, die nur über die Elbe erreicht werden können, eingebrochen. Bahn und LKW haben die Transporte übernommen. Die sechs Häfen der Sächsischen Binnenhäfen Oberelbe GmbH befördern weniger als zehn Prozent der im Hafengelände umgeschlagenen Güter über den Wasserweg. 
Alle bisherigen Prognosen für den Güterverkehr auf der Elbe wurden fundamental verfehlt.
1992 wurden zwölf Millionen Tonnen Transportgüter auf der Elbe vorhergesagt. Gerade einmal drei Prozent dieser seinerzeit prognostizierten Transportmenge werden trotz der hohen Investitionen für wasserbauliche Eingriffe in den Elbstrom derzeit tatsächlich „erreicht“. Der Trend des Güterverkehrs auf der Elbe ist dabei eindeutig, er weist stetig nach unten. Das ist die logische Reaktion des Binnenschiffsverkehrs und der Transportwirtschaft auf die unzureichenden und im Jahresgang unkalkulierbaren Wassertiefen der Elbe.

Verkehrswachstum? Im Osten Deutschlands soll der Güterverkehr in Zukunft kaum zunehmen oder gar abnehmen.

Ein nur geringes Wachstum der Transportmengen im Osten Deutschlands prognostizierte ein Forschungskonsortium 2014 im Auftrag des Bundesverkehrsministeriums für das Jahr 2030. In Sachsen-Anhalt soll der Güterverkehr laut dieser Studie sogar abnehmen. Die Vergangenheit bestätigt: Der EU-Beitritt der östlichen Staaten 2004 hat nicht wie angekündigt zu höheren Frachtmengen auf der Elbe geführt. Darüber hinaus sind die Gleisstrecken im Elberaum bis heute nicht ausgelastet.

Ist die Schifffahrt umweltfreundlich?

Wenn für den Transport von Gütern per Schiff ein ganzes Ökosystem und UNESCO-geschütztes länderübergreifendes Biosphärenreservat gefährdet oder gar zerstört wird, ist Schifffahrt keinesfalls „umweltfreundlich“. Zudem ist der Energieverbrauch eines Frachtschiffes bei einer Beladung von ca. 1250 Tonnen vergleichbar mit demjenigen der Bahn, sein Stickoxid- und Feinstaubausstoß ist inzwischen sogar um ein Vielfaches größer als der der Bahn. Die Güterschiffe auf der Elbe haben statt 1.200 Tonnen im Schnitt nur 300 bis 400 Tonnen geladen. Das bedeutet, dass das Binnenschiff auf der Elbe in der Energie- und CO2-Bilanz hinter der Bahn rangiert.

Die Elbe ist der letzte große noch relativ naturnahe Fluss in Deutschland. Hier ist lebendige Flusslandschaft noch erlebbar.

Wir leben in Deutschland in einer dicht besiedelten Kulturlandschaft, die der Mensch seit Jahrtausenden geprägt hat. In Westdeutschland wurden nahezu alle Flüsse durchgehend kanalisiert und gestaut. Für den Ausbau der Elbe gab es seinerzeit in der DDR aber kein Geld. Zum Glück: Die Elbe ist ein Geschenk der Wiedervereinigung, es ist eines der wertvollsten Stücke des „Tafelsilbers der Deutschen Einheit“. Die Elbe schenkt uns eine Flusslandschaft, wie wir sie im Westen unserer Republik längst nicht mehr finden.

Es gibt eine Alternative für den Binnenschiffsverkehr zwischen Hamburg und Magdeburg.

Der Elbeseitenkanal bietet Binnenschiffen ganzjährig eine amtliche Tauchtiefe von 2,5 Metern. Das entspricht einer Fahrrinnentiefe von 4,0 Metern und ermöglicht ganzjährig den Verkehr mit voller Beladung. Diese Alternative wird von der Binnenschifffahrt zunehmend angenommen. Mit 11 Mio. Gütertonnen erreichte der Kanal im Jahr 2014 eine Rekordmarke und ein Plus von 16 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

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9. Februar 2015: Arbeiten für den "BIBERPARK"

Die Entwicklung eines BIBERPARKs am GRÜNEN BAND in der Gemarkung Witzeeze kommt gut voran. Nach dem Kauf des 4,74 Hektar großen Teich- und Jungurwald-Grundstücks BEVERKUHL im Oktober 2013 konnten wir im Dezember 2014 zusätzlich eine 1,52 Hektar große Feuchtwiese direkt im GRÜNEN BAND an der Delvenau für 11.677,40 Euro aus Mitteln eines Legates kaufen. Hier wollen wir eine Biotopentwicklung speziell für den Biber initiieren. Zusammen mit dem Sportfischereiverein Büchen (SFVB) und anderen Grundeigentümern soll in dem gesamten Gebiet ein BIBERPARK erwachsen, in dem der seit 1860 ausgestorbene Biber im Binnenland von Schleswig-Holstein erstmalig wieder heimisch wird. Zwischen zwei unserer Teiche in der Beverkuhl hat der Biber immer wieder mal Material für einen Bau angehäuft. Wir sind gespannt, ob der Biber schon in diesem Jahr eine Familie gründen wird.
Siehe auch unter "Aktuelles" am linken Rand

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23. Januar 2015: Erfolg an der Elbe

Wie wir gerade von den Mecklenburger Kollegen erfahren, hat Minister Backhaus die Abholzung des Auwaldes bei Boizenburg zurückgestellt. Dies geschah nach einer dritten Eingabe von uns. Die Zurückstellung ist ein wichtiger Etappensieg. Wir werden sehen, wie es weitergeht. Im Moment freuen sich die am Widerstand beteiligten jedenfalls erstmal. Die Originalmeldung aus dem Ministerium:

Holzungsmaßnahmen an der Elbe werden verschoben
An der Auwaldfläche an der Sudemündung bei Boizenburg sollte ursprünglich in diesem Frühjahr eine Aufastung vorgenommen werden. Diese Maßnahme soll nun Ende des Jahres nach Abschluss des Genehmigungsverfahrens durchgeführt werden, von einer Dringlichkeit damit abgesehen.

Das Hochwasser vom Mai/Juni 2013 hat in Mecklenburg-Vorpommern zu neuen Rekordwasserständen geführt. Üblicherweise werden die Deiche so bemessen, dass dieser Abstand zwischen Pegel (Bemessungswasserstand) und Deichkrone noch 1 m beträgt. Im Bereich des Hafens Boizenburg lag der gemessene Höchstwasserstand bei 7,32 m am Pegel. Das sind 52 cm über dem für die Deiche angesetzten Bemessungswasserstand.Die Gesamtschadenssumme im Elbegebiet betrug rund 5,2 Mrd. Euro. Mecklenburg-Vorpommern hat daran einen Anteil von rund 8 Mio. Euro.

Als eine Ursache der steigenden Wasserstände bei Hochwasser an der Elbe wurde der ständig zunehmende Bewuchs im Deichvorland identifiziert. Ein seinerzeit durch die Bezirksregierung Lüneburg in Auftrag gegebene Gutachten bezifferte den Anteil des Bewuchses an den gestiegenen Wasserständen mit bis zu 45 cm für die Region Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen. Daraufhin wurden gemeinsam mit dem Land Niedersachsen Maßnahmen identifiziert, die zu dieser Abflussverbesserung beitragen können. Dazu gehören Abholzungsmaßnahmen sowie die Herstellung von Flutrinnen. Insgesamt sollen in Niedersachen 5 Maßnahmen und in Mecklenburg-Vorpommern eine Maßnahme den gewünschten Effekt einer Reduktion des Wasserstandes im Hochwasserfall zu ermöglichen. Vor diesem Hintergrund fand im Dezember 2014 in Schwerin ein Erörterungstermin zu einem Genehmigungsverfahren zur Waldumwandlung von 5,6 ha im Bereich der Mündung der Sude in die Elbe. Im Zuge der Anhörung der Umweltverbände wurden Bedenken geäußert, aufgrund derer weitere Untersuchungen, insbesondere zum Strömungsverhalten der Elbe, eingeleitet wurden.

„Wir sind zu dem Ergebnis gekommen, dass die Dringlichkeit der Maßnahme mit der Rechtfertigung zur Anordnung des Sofortvollzugs nicht begründet werden kann. Wir sind damit auf die Argumente der Umweltverbände eingegangen und wollen das Verfahren nun in aller Ruhe und Transparenz bis zum Ende durchlaufen“, so Umweltminister Dr. Till Backhaus heute in Schwerin. Mit den Holzungsmaßnahmen an der Sudemündung werden nach jetzigen Erkenntnissen eine Absenkung des Wasserspiegels um bis zu 3 cm erreicht und die Erhöhung der Fließgeschwindigkeit von 0,03 bis 0,05 m/s zur Verhinderung von Ablagerungen auf der Maßnahmenfläche erreicht. Diese Einzelmaßnahme rechtfertigt nach neuer Einschätzung jedoch keine Dringlichkeit zum sofortigen Vollzug. „Dieses Ergebnis zeigt, dass die Verwaltung Bedenken von Dritten, insbesondere der Naturschutzverbände ernst nimmt und fachlich überprüft. Nichtsdestotrotz bin ich der Auffassung, dass im Zusammenspiel aller Maßnahmen das Gehölzmanagement einen wesentlichen Teil zu mehr Schutz für Leib und Leben an der Elbe bei Hochwasser beitragen kann“, unterstrich der Minister.
(Siehe auch die Pressemeldung vom 28. Oktober 2014 weiter unten)

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28. Oktober 2014: Auwaldabholzung bei Boizenburg gefährdet Lauenburg

BUND kritisiert geplante Hochwasserschutzmaßnahme in M-V

Der BUND in Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein sieht durch die geplante Auwaldabholzung vor Boizenburg mehr Hochwassergefahren für die Unterlieger wie zum Beispiel die Stadt Lauenburg.

In einem zwischen den Bundesländern Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen abgestimmten Verfahren sollen an verschiedenen Stellen Auwälder im Deichvorland der Elbe gerodet werden, weil sie angeblich zu einem Aufstau von zu erwartenden Hochwassern führen. Bei Boizenburg ist dabei in den nächsten Monaten ein sogenanntes Pilotverfahren an der Einmündung von Sude und Boize in die Elbe geplant. Ein Weißweidenauwald von 5,6 ha Ausdehnung soll dort abgeholzt werden.

„Die geplante Vernichtung von Auwäldern – im amtlichen Sprachgebrauch euphemistisch verharmlosend als „Waldumwandlung“ bezeichnet – ist dem angestrebten Ziel eines verbesserten Hochwasserschutzes tatsächlich kaum dienlich. Auwälder haben bei Hochwasserereignissen unzweifelhaft eine hochwertige Schutzfunktion. Sie dämpfen den Wellenschlag und verhindern, dass die reißende Strömung des angeschwollenen Flusses bis an die gefährdeten Flussdeiche heranreicht und vermindern so die Erosion. Bei winterlichem Eisgang fangen sie die Eisschollen vor den Flussdeichen ab. Schon aus diesen Gründen sollte man sich hüten, Auwälder voreilig zu opfern.“ sagt Corinna Cwielag Landesgeschäftsführerin im BUND Landesverband Mecklenburg-Vorpommern.

Die Auwälder als seltener Lebensraum und Heimat vieler bedrohter Arten stehen zudem grundsätzlich unter Schutz und die betroffenen Flächen sind überdies als Naturschutzgebiete und / oder als Schutzgebiete der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie der EU (FFH-Gebiete) ausgewiesen. Doch das hilft ihnen nichts. Denn die Begründung, dass die Abholzung dem Schutz der Menschen dienen soll, hat Priorität. Richtig sei allerdings, dass Auwälder auch den Abfluss des Hochwassers verzögern, das dann tatsächlich in Folge höher aufläuft, so der BUND.

„Wasser hat nur die Möglichkeit, in die Höhe oder in die Fläche zu gehen. Und genau hier liegt das Problem: Seit Jahrhunderten wurde der Flutraum der Flüsse durch immer weitergehende Eindeichungen so weit eingeengt, dass die gegenwärtige prekäre Lage entstanden ist. Schon seit Jahren wird beschworen, dass in der Suche um verbesserte Hochwassersicherheit das Mittel der Wahl die neuerliche Ausweitung des Flutraums ist.

Die Ausweisung geeigneter Flächen dafür geht aber schleppend oder gar nicht voran. Wenn man jetzt glaubt, das Wasser lieber schneller abzuführen, werden die Zeche dafür jedes Mal die Unterlieger zahlen, die so tief am Meeresniveau liegen, dass ein weiteres Abführen der Wassermassen nicht mehr möglich ist.“ sagt Dr. Heinz Klöser, Naturschutzexperte beim BUND.

Die Stadt Lauenburg an der Elbe, die bereits schlechte Erfahrungen mit Hochwasser gemacht hat, wird sehr wohl an den Folgen eben dieser Planungen zu leiden haben, so der BUND. Als eine in Schleswig-Holstein gelegene und damit an den niedersächsischmecklenburgischen Planungen nicht beteiligte Gemeinde kann sie sich kaum gegen die Pläne wehren.

„Aus lauenburgischer Sicht ist die Rückhaltung des Hochwassers durch die bedrohten Auwälder eine ausgesprochen positive Wirkung, fernab aller ökologischer Betrachtungen, die den Naturschutz bewegen. Und dies gilt sicher auch für andere Gemeinden, denen ihrerseits das Flutwasser von oben zugeleitet wird. Da rächt sich nur zu spürbar das sträfliche Zögern unserer Politiker und Behörden vor sinnvolleren Vorgehensweisen. Offenbar sehen sich die verantwortlichen Politiker genötigt, Aktivismus zu zeigen, auch wenn der Sinn der jetzt vorgesehenen Maßnahmen, die noch in diesem Herbst begonnen werden sollen, mehr als zweifelhaft ist. Dass dabei unsere wertvollen Auwälder leichtfertig vernichtet werden, ohne dass eine für die Gesamtheit der betroffenen Bürger postulierte Schutzwirkung zu erkennen ist, ist nicht nur für Naturschützer ein Skandal.“ sagt Dr. Heinz Klöser, Naturschutzexperte beim BUND.

Das Foto zeigt die Elbaue bei Boizenburg - in der Bildmitte der durch Abholzung bedrohte Auwald (Foto: BUND)
Für Rückfragen: Corinna Cwielag, Landesgeschäftsführerin BUND Mecklenburg-
Vorpommern: T.: 0385 521339-12

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Aktuell: Jakobskreuzkraut – ist die Hysterie berechtigt?

In seiner neuen Monatsbeobachtung relativiert Dr. Heinz Klöser die vielfach in den Medien dargestellte Hatz gegen diese Pflanze. Hier ein Auszug:

Das Jakobskreuzkraut kennt inzwischen wohl jeder, und sei es nur, weil er Andere darüber hat klagen hören. Was hat es aber wirklich mit diesem Kraut auf sich? Zunächst einmal ist es eine einheimische Art, die auf den Trockenrasen zu Hause ist, und keinesfalls ein invasiver Exot, wie inzwischen gerne mal behauptet wird. Während aber die meisten anderen Trockenrasenpflanzen kleinwüchsig sind, ist das Jakobskreuzkraut recht stattlich. Wie alle stattlichen Gewächse benötigt auch das Jakobskreuzkraut deutlich mehr Nährstoffe als die zwergwüchsigen, genügsamen Arten. Und Nährstoffe gibt es ja inzwischen im Übermaß in unserer Landschaft, nicht nur auf den Äckern, sondern auch in Heiden, Mooren und Trockenrasen, wohin sie mit Güllenebel oder Düngerstaub vom Wind verdriftet werden. Dadurch konnte sich nun das Jakobskreuzkraut, ursprünglich ein eher selteneres Kraut, massenhaft ausbreiten und riesige Bestände bilden. Das sieht zur Blütezeit durchaus sehr schön aus. Wo also ist das Problem?

Das Problem ist, dass eine so kräftige Pflanze in so üppigen Beständen leicht die schwachwüchsigere Nachbarschaft verdrängen und damit die ohnehin anhaltenden Artenverluste anheizen kann.  Nur ist es eben leider so, dass irgendwelche Bekämpfungsmaßnahmen auch immer die bedrohte Nachbarschaft in Mitleidenschaft ziehen. Ohnehin ist ja nicht das Jakobskreuzkraut – wie so viele andere übel beleumundete Gewächse auch  – der eigentliche Bösewicht, sondern eine bedenkenlose agierende Agrarindustrie, die viele althergebrachte Gleichgewichte in’s Rutschen gebracht hat, und die keiner unserer hohen Herren in die Schranken weisen mag. Allerdings erzürnen sich die Gemüter weniger wegen solcher naturschutzrelevanter Zusammenhänge, sondern weil das Jakobskreuzkraut giftig ist und vor allem Pferden schlecht bekommt. Frisch auf der Weide ist das kein Problem, weil das Kraut auch stark duftet und Pferde es dann erkennen und meiden können. Aber im Heu verliert es seinen Duft, wird mitgefressen, und dann sterben die Pferde. Natürlich könnte man Rauhheu für Pferde viel besser auf Feuchtwiesen gewinnen, wo das Jakobskreuzkraut gar nicht vorkommt. Dazu hätte man solche Feuchtwiesen aber in ausreichender Menge erhalten müssen und nicht bis auf verschwindende Reste umbrechen.

Siehe auch den Monatsbericht August

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25 Jahre Grünes Band

Das Grüne Band ist im Lauenburgischen wohl jedem BUND-Mitglied ein Begriff. Seit 1989 engagiert sich der BUND auf vielfältige Weise dafür, dass uns diese wertvollen naturnahen Landschaften erhalten bleiben. In Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein engagieren sich Aktive des BUND mit Flächenkauf und Management, Fach- und Öffentlichkeitsarbeit zu bedrohten Schutzgebieten entlang der Stecknitz und Delvenau, der Wakenitz und der Trave und sowie entlang der Ostseeküste für das Grüne Band. Dass das Engagement des BUND im Grünen Band seit 25 Jahren ununterbrochen und erfolgreich anhält, ist sicher ein Grund zur Feier. Aus diesem Grund haben am 25. April der BUND-Landesverband Mecklenburg-Vorpommern zusammen mit der Kreisgruppe Lübeck und uns, der Kreisgruppe Herzogtum Lauenburg, eine gemeinsame Bootsfahrt auf der Untertrave organisiert (Foto), zu der auch BUND kommunale und regionale Vertreter aus Politik und Verwaltung, den Medien sowie des amtlichen und privaten Naturschutzes eingeladen wurden, um den in besonderen Maße von Wasser geprägten Nordabschnitt des Grünen Bandes vorzustellen.
Zum kompletten Bericht und weiteren Bildern

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