Willkommen beim BUND Kreisgruppe Herzogtum Lauenburg

Dies ist die Internetpräsenz der Kreisgruppe Herzogtum Lauenburg des BUND.

 

Aktuelles in Kürze

(mehr Informationen über den Link im grünen Kasten)

Monatsbeobachtungen im Dezember

Und wieder kommt die Zeit, in der jede durchziehende Wetterfront unweigerlich die Hoffnung auf den ersten Winterschnee aufkommen lässt und doch meist nur ungemütliches Schmuddelwetter bringt. Dem entsprechend wünschen sich viele unserer Zeitgenossen jetzt möglich weit weg, in den warmen, sonnigen Süden mediterraner Gefilde. Mal abgesehen davon, dass es jetzt auch am Mittelmeer in Strömen regnet, hat auch das Leben in jenen Breiten immer schon so seine Härten gehabt. Wir reden ja heute noch davon, dass etwas spartanisch ist, wenn wir besonders grausame Lebensumstände beschreiben wollen. Und das alte Sparta lag im Süden Griechenlands.
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Monatsbeobachtungen im November

Mit jedem Sturm wehen mehr Blätter aus den Bäumen heraus, und die Kronen werden kahl. Die Büsche und Sträucher auch. Während sensiblere Gemüter in Trübnis verfallen, kommen für die Neugierigen jedoch auch Dinge zum Vorschein, die man zwar schon im Sommer hätte beachten können, die aber zwischen all dem Grün und Blumenbunt nicht auffielen. Jetzt aber, wo alles grau und welk wird, fallen auf Steinen und Baumrinden Flecken in’s Auge, die nähere Betrachtung verdienen. Oft sind es nur flache, weißliche oder graue Krusten, mitunter aber auch recht farbenfrohe Erscheinungen und manchmal von geradezu bizarrer Gestalt: die Flechten.
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28. Oktober: Auwaldabholzung bei Boizenburg gefährdet Lauenburg

BUND kritisiert geplante Hochwasserschutzmaßnahme in M-V

Der BUND in Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein sieht durch die geplante Auwaldabholzung vor Boizenburg mehr Hochwassergefahren für die Unterlieger wie zum Beispiel die Stadt Lauenburg.

In einem zwischen den Bundesländern Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen abgestimmten Verfahren sollen an verschiedenen Stellen Auwälder im Deichvorland der Elbe gerodet werden, weil sie angeblich zu einem Aufstau von zu erwartenden Hochwassern führen. Bei Boizenburg ist dabei in den nächsten Monaten ein sogenanntes Pilotverfahren an der Einmündung von Sude und Boize in die Elbe geplant. Ein Weißweidenauwald von 5,6 ha Ausdehnung soll dort abgeholzt werden.

„Die geplante Vernichtung von Auwäldern – im amtlichen Sprachgebrauch euphemistisch verharmlosend als „Waldumwandlung“ bezeichnet – ist dem angestrebten Ziel eines verbesserten Hochwasserschutzes tatsächlich kaum dienlich. Auwälder haben bei Hochwasserereignissen unzweifelhaft eine hochwertige Schutzfunktion. Sie dämpfen den Wellenschlag und verhindern, dass die reißende Strömung des angeschwollenen Flusses bis an die gefährdeten Flussdeiche heranreicht und vermindern so die Erosion. Bei winterlichem Eisgang fangen sie die Eisschollen vor den Flussdeichen ab. Schon aus diesen Gründen sollte man sich hüten, Auwälder voreilig zu opfern.“ sagt Corinna Cwielag Landesgeschäftsführerin im BUND Landesverband Mecklenburg-Vorpommern.

Die Auwälder als seltener Lebensraum und Heimat vieler bedrohter Arten stehen zudem grundsätzlich unter Schutz und die betroffenen Flächen sind überdies als Naturschutzgebiete und / oder als Schutzgebiete der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie der EU (FFH-Gebiete) ausgewiesen. Doch das hilft ihnen nichts. Denn die Begründung, dass die Abholzung dem Schutz der Menschen dienen soll, hat Priorität. Richtig sei allerdings, dass Auwälder auch den Abfluss des Hochwassers verzögern, das dann tatsächlich in Folge höher aufläuft, so der BUND.

„Wasser hat nur die Möglichkeit, in die Höhe oder in die Fläche zu gehen. Und genau hier liegt das Problem: Seit Jahrhunderten wurde der Flutraum der Flüsse durch immer weitergehende Eindeichungen so weit eingeengt, dass die gegenwärtige prekäre Lage entstanden ist. Schon seit Jahren wird beschworen, dass in der Suche um verbesserte Hochwassersicherheit das Mittel der Wahl die neuerliche Ausweitung des Flutraums ist.

Die Ausweisung geeigneter Flächen dafür geht aber schleppend oder gar nicht voran. Wenn man jetzt glaubt, das Wasser lieber schneller abzuführen, werden die Zeche dafür jedes Mal die Unterlieger zahlen, die so tief am Meeresniveau liegen, dass ein weiteres Abführen der Wassermassen nicht mehr möglich ist.“ sagt Dr. Heinz Klöser, Naturschutzexperte beim BUND.

Die Stadt Lauenburg an der Elbe, die bereits schlechte Erfahrungen mit Hochwasser gemacht hat, wird sehr wohl an den Folgen eben dieser Planungen zu leiden haben, so der BUND. Als eine in Schleswig-Holstein gelegene und damit an den niedersächsischmecklenburgischen Planungen nicht beteiligte Gemeinde kann sie sich kaum gegen die Pläne wehren.

„Aus lauenburgischer Sicht ist die Rückhaltung des Hochwassers durch die bedrohten Auwälder eine ausgesprochen positive Wirkung, fernab aller ökologischer Betrachtungen, die den Naturschutz bewegen. Und dies gilt sicher auch für andere Gemeinden, denen ihrerseits das Flutwasser von oben zugeleitet wird. Da rächt sich nur zu spürbar das sträfliche Zögern unserer Politiker und Behörden vor sinnvolleren Vorgehensweisen. Offenbar sehen sich die verantwortlichen Politiker genötigt, Aktivismus zu zeigen, auch wenn der Sinn der jetzt vorgesehenen Maßnahmen, die noch in diesem Herbst begonnen werden sollen, mehr als zweifelhaft ist. Dass dabei unsere wertvollen Auwälder leichtfertig vernichtet werden, ohne dass eine für die Gesamtheit der betroffenen Bürger postulierte Schutzwirkung zu erkennen ist, ist nicht nur für Naturschützer ein Skandal.“ sagt Dr. Heinz Klöser, Naturschutzexperte beim BUND.

Das Foto zeigt die Elbaue bei Boizenburg - in der Bildmitte der durch Abholzung bedrohte Auwald (Foto: BUND)
Für Rückfragen: Corinna Cwielag, Landesgeschäftsführerin BUND Mecklenburg-
Vorpommern: T.: 0385 521339-12

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12. Oktober: 50 Jahre NABU Geesthacht

Der Bund gratuliert

Nach der Gründung der Ortsgruppe Geesthacht, damals noch Deutscher Bund für Vogelschutz, ist der NABU Geesthacht mit jetzt über 800 Mitgliedern einer der erfolgreichsten Verbände im Kreis. Möglich ist dies mit einem hingebungsvollen und umtriebigen Vorstand und den vielen aktiven Mitstreitern geworden, die sich unermüdlich für Naturschutzbelange eingesetzt haben.

Die Kreisgruppe des BUND gratuliert recht herzlich.

Unser Geschäftsführer Bernhard Hub übergibt als Anerkennung das Buch vom Grünen Band, das auch eine Erfolgsgeschichte des BUND Deutschland widerspiegelt. Links der jetzige Vorsitzende, Wolfgang Staudte, in der Mitte Friedhelm Ringe, sein Vorgänger.

In seinem Festvortrag konnte sich Prof. Dr. Hartmut Grassl nicht ersparen, auf den wohl stärksten Widersacher des Naturschutzes zu verweisen: "Die Landwirtschaft zerstört fast alles." So wie die Landwirtschaft betrieben werde, mache es keinen Sinn, neue Naturschutzgebiete auszuweisen, war seine eher resignative Feststellung. Deshalb sei es äußerst wichtig, die organische Landwirtschaft zu fördern und zu belohnen.

Zentraler Punkt im Vortrag des Klimaforschers war aber die Erderwärmung. Wir erleben ein dramatisches Abschmelzen der Gletscher. So sei z.B. der Gletscher am Hausberg nahe seines Elternhauses bei Ramsau völlig verschwunden. Das Problem des Klimawandels sei aber nicht dieser an sich, denn in der Erdgeschichte habe es mehrere davon gegeben. Das Schwierige für die Umwelt sei die Geschwindigkeit. "Für das, was wir in einem Jahrhundert verändern, hat die Natur sonst Zehntausend Jahre gebraucht." Bis jetzt sei die Erhöhung des Meeresspiegels mit wissenschaftlichen Methoden über Satelliten definitiv mit 3,2 mm gemessen worden. Wenn sich aber die Erdtemperatur, Wasser eingeschlossen, um ein Grad erhöht, muss mit einem Anstieg von 20 Metern gerechnet werden. Viele Tiere und Pflanzen kommen mit dem Tempo der Verschiebung der klimatischen Zonen nicht mit. Sie verschwinden einfach. Ansonsten gebe es auch Gewinner: "Den Wäldern gefällt die CO2-Dusche."

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Monatsbeobachtungen im Oktober – Hirsche

Kennt eigentlich noch jemand den „röhrenden Hirsch am Bergsee“, der früher in fast jedem Schlafzimmer hing? Nun, sowohl aus Schlafzimmern als auch von richtigen Bergseen sind Rothirsche inzwischen weitgehend verbannt, gilt doch im überwiegenden Teil der mittel- und süddeutschen Gebirgsräume ein Abschussgebot, da der König unserer Wälder, wie er ja besonders gerne in Natursendungen aus Bayern genannt wird, dort wegen seiner Verbissschäden bei den Förstern nicht wohlgelitten ist. Und so kommt es, dass die besten Rotwildbestände Deutschland im Nordosten des Landes zu finden sind, in Mecklenburg-Vorpommern und bei uns im Lauenburgischen.
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25. September: Erhabene Bäume sind gekennzeichnet

Die ersten drei der zwölf von unserer ehrenamtlichen Jury als erhabene Bäume gekennzeichneten Naturdenkmäler haben jetzt ihre Beschilderung erhalten. Bei einigen Fototerminen haben wir die Auszeichnung im Beisein der Presse dokumentiert.

Initiatorin Kornelia Mrowitzky mit Pate Stefan Kratzenberg und Bürgermeister Uwe Riewesell am Rumpf der Buche beim Louisenhof
Die Herren Vater (Pate), Tobola (Direktor des Augustinums) und Gülzow (Tischler in Ziethen, hinten) mit Kornelia Mrowitzky vor der erhabenen Eiche am Möllner Augustinum

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7. September: Erhabener Baum Doppellinde an der Grander Mühle

Im Jahr 2013 hat die Kreisgruppe des BUND zwölf „Erhabenen Bäumen im Kreis Herzogtum Lauenburg“ ausgewählt. Ein erhabener Baum ist die über 500 Jahre alte Zwillingslinde am Europawanderweg an der Grander Mühle in Kuddewörde. Der mächtige, ca. 35 m hohe Veteran ist Heimstatt zahlreicher Vogelarten: Star, Kleiber, Buchfink. Im Jahr 2014 hatte sich im Frühjahr ein Gänsesägerpaar eine in 8 m Höhe vorhandene Asthöhle als Brutplatz ausgewählt. Nun Anfang September ist ein Waldkautz Gast in der Höhle. Wir sind gespannt, wer sich im kommenden Frühjahr diese komfortable Nisthöhle sichern wird.
   
Der Gänsesäger (Mergus merganser) ist der größte Vertreter der Gattung der Säger aus der Familie der Entenvögel (Anatidae). Das Verbreitungsgebiet ist holarktisch und umfasst weite Teile des nördlichen Eurasiens sowie Nordamerikas. Es werden drei Unterarten unterschieden.
In Mitteleuropa ist der Gänsesäger ein verbreiteter, aber nur wenig häufiger Brut- und Jahresvogel. Im Winterhalbjahr ist die Art in Mitteleuropa als Durchzügler und Wintergast häufiger zu beobachten. Am IJsselmeer (NL) überwintern bis zu 20.000 Individuen und an den großen binnenländischen Seen sind gelegentlich Trupps zu beobachten, die mehrere hundert Gänsesäger umfassen.
  
Der Waldkauz ist unsere häufigste einheimische Eule. Er ist Dämmerungs- und Nachtaktiv und kommt in lichten Wäldern, Gehölzen, Parks mit ausreichendem Höhlenangebot und auch in Städten vor. Tagsüber ruht der Waldkauz gut getarnt in einem Versteck. Mit etwas Glück kann man sie auch am Tag ausmachen. In der Dämmerung und nachts geht er auf Jagd nach: Kleinsäugern, Kleinvögeln und Amphibien. Als Höhlenbrüter bevorzugt der Waldkauz natürliche Baumhöhlen, Felshöhlen, aber auch Mauerlöcher und geeignete Nistkasten werden angenommen.
Hans-Heinrich Stamer

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4. September: Wie gefährlich ist Glyphosat?

Viel gespritzt und hoch umstritten

Risiken beim Einsatz von RoundUp und Glyphosat

Heike Moldenhauer, Referentin für Landwirtschaft aus der Bundesgeschäftsstelle des BUND in Berlin, referierte im Möllner Uhlenkolk.

Roundup wird vielfach in der Landwirtschaft eingesetzt, um die Reife von Früchten wie Weizen und Kartoffeln zu vereinheitlichen und die Ernte zu erleichtern. Vielerorts werden aber auch Flächen einfach nur „abgespritzt“, um sie besser mit landwirtschaftlichem Gerät bearbeiten zu können. Das Herbizid darf in Schleswig-Holstein nur in der landwirtschaftlichen, gärtnerischen und forstwirtschaftlichen Praxis verwendet werden. Auf Wegen, Terrassen, Höfen, Böschungen und Knicks ist es verboten.

Wie Heike Moldenhauer berichtete, wirkt Glyphosat als Enzymblocker für die Protheinsynthese bei Pflanzen und Mikroorganismen. Es ist aber auch gesundheitsschädlich, indem es die Embryonalentwicklung stört und im Verdacht steht, krebsfördernd zu sein. In der Umwelt reduzieren Totalherbizide die Artenvielfalt und töten Amphibien, Insekten wie auch Spinnen. Auch dringt Glyphosat ins Grundwasser und ist dort vielfach in überhöhten Dosen nachgewiesen worden.

In Deutschland werden 40 Prozent der landwirtschaftlichen Flächen mit Roundup behandelt, das sind 4,3 Millionen Hektar. Insgesamt sind 92 glyphosathaltige Produkte zugelassen. Besonders problembehaftet sind Lebensmittelimporte aus Süd- und Mittelamerika, wo Glyphosat in viel größeren Mengen gespritzt wird. Allerdings werden auch bei uns nach dem Auffinden von zu hohen Belastungen in Proben die Grenzwerte einfach hochgesetzt.

Der BUND hatte in 2013 in einer eigenen in Auftrag gegebenen Expertise festgestellt, dass im menschlichen Urin verbreitet Glyphosat enthalten ist. Andere Untersuchungen haben das Mittel in der Muttermilch entdeckt.

Was können die Bürger vorbeugend gegen eine mögliche Schädigung tun? Heike Moldenhauer empfahl den Verzehr von Bioprodukten. Ferner könne man sich im Wohnort für eine pestizidfreie Kommune einsetzen und einen entsprechende Aufruf an den Bundes-Landwirtschaftsminister unterzeichnen. Die politischen Initiativen zu einem Teilverbot hätten bisher nicht gefruchtet, so die Referentin. Vielfach gelte EU-Recht, und dort hätten Konzerne wie der „Erfinder“ Monsanto durch industriefinanzierte Studien den entscheidenden Einfluss.

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Naturbeobachtungen im September – die Rotbuche

Jedes Jahr dasselbe Schauspiel: Während wir uns noch Gedanken über warme Sommertage machen, bereitet sich die Natur auf den kommenden Winter vor. Die Wälder wechseln ihre Farbe vom sommerlichen Grün zu einem mehr oder minder leuchtenden Gelb. Die intensivste Laubfärbung dürfen wir dabei wohl von der Rotbuche erwarten. Die Rotbuche ist ein besonderer Baum unter unseren Holzarten. Nicht nur, dass sie unsere Wälder in einem Maße dominiert, dass manchmal kaum eine andere Baumart zu finden ist – sie hat auch eine besondere Geschichte, die sie von den anderen Arten unterscheidet.
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Naturbeobachtungen im August – Trockenrasen

Es ist Hochsommer, und damit kommt auch die hohe Zeit der Heiden, deren spektakuläre Blüte jetzt beginnt. Von Dichtern besungen, schlägt sie uns heute noch jedes Jahr auf’s Neue in ihren Bann. Wir haben jedoch auch noch andere offene Landstriche, die nicht minder blumengeschmückt sind und sogar noch stärker als die Heiden mit seltenen Arten aufwarten und doch weit weniger Aufmerksamkeit genießen, nämlich die Trockenrasen. Mit den Heiden haben sie gemein, dass es sich um dürre, magere Weidelandschaften handelt, die nur einen zwergenhaften Pflanzenwuchs erlauben. Aber damit enden die Gemeinsamkeiten auch schon fast.
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Aktuell: Jakobskreuzkraut – ist die Hysterie berechtigt?

In seiner neuen Monatsbeobachtung relativiert Dr. Heinz Klöser die vielfach in den Medien dargestellte Hatz gegen diese Pflanze. Hier ein Auszug:

Das Jakobskreuzkraut kennt inzwischen wohl jeder, und sei es nur, weil er Andere darüber hat klagen hören. Was hat es aber wirklich mit diesem Kraut auf sich? Zunächst einmal ist es eine einheimische Art, die auf den Trockenrasen zu Hause ist, und keinesfalls ein invasiver Exot, wie inzwischen gerne mal behauptet wird. Während aber die meisten anderen Trockenrasenpflanzen kleinwüchsig sind, ist das Jakobskreuzkraut recht stattlich. Wie alle stattlichen Gewächse benötigt auch das Jakobskreuzkraut deutlich mehr Nährstoffe als die zwergwüchsigen, genügsamen Arten. Und Nährstoffe gibt es ja inzwischen im Übermaß in unserer Landschaft, nicht nur auf den Äckern, sondern auch in Heiden, Mooren und Trockenrasen, wohin sie mit Güllenebel oder Düngerstaub vom Wind verdriftet werden. Dadurch konnte sich nun das Jakobskreuzkraut, ursprünglich ein eher selteneres Kraut, massenhaft ausbreiten und riesige Bestände bilden. Das sieht zur Blütezeit durchaus sehr schön aus. Wo also ist das Problem?

Das Problem ist, dass eine so kräftige Pflanze in so üppigen Beständen leicht die schwachwüchsigere Nachbarschaft verdrängen und damit die ohnehin anhaltenden Artenverluste anheizen kann.  Nur ist es eben leider so, dass irgendwelche Bekämpfungsmaßnahmen auch immer die bedrohte Nachbarschaft in Mitleidenschaft ziehen. Ohnehin ist ja nicht das Jakobskreuzkraut – wie so viele andere übel beleumundete Gewächse auch  – der eigentliche Bösewicht, sondern eine bedenkenlose agierende Agrarindustrie, die viele althergebrachte Gleichgewichte in’s Rutschen gebracht hat, und die keiner unserer hohen Herren in die Schranken weisen mag. Allerdings erzürnen sich die Gemüter weniger wegen solcher naturschutzrelevanter Zusammenhänge, sondern weil das Jakobskreuzkraut giftig ist und vor allem Pferden schlecht bekommt. Frisch auf der Weide ist das kein Problem, weil das Kraut auch stark duftet und Pferde es dann erkennen und meiden können. Aber im Heu verliert es seinen Duft, wird mitgefressen, und dann sterben die Pferde. Natürlich könnte man Rauhheu für Pferde viel besser auf Feuchtwiesen gewinnen, wo das Jakobskreuzkraut gar nicht vorkommt. Dazu hätte man solche Feuchtwiesen aber in ausreichender Menge erhalten müssen und nicht bis auf verschwindende Reste umbrechen.

Siehe auch den Monatsbericht August

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Naturbeobachtungen im Juli – Amazonas des Nordens

Da leben wir nun in einem der am dichtesten besiedelten Länder der Welt (um nicht gleich überbevölkert zu sagen), und da zeigt das Fernsehen einen Film mit dem Titel „Der Amazonas des Nordens“. Das ist schon eine ganze Weile her, aber der Titel wird seitdem gerne kolportiert, nur fragt man sich, wo denn bitte bei uns irgendeine Landschaft sein sollte, die einen solchen Vergleich verdient hätte. Die Elbe vielleicht mit ihren zum Teil noch ansehnlichen Auen? Nein, die Rede ist von der Wakenitz, dem Grenzfluss zwischen Schleswig-Holstein und Mecklenburg. An der Größe kann es wahrlich nicht liegen, doch wenn man sich der Strömung anvertraut und dem Flusslauf folgt, erschließen sich Bilder, die tatsächlich eine Ahnung wilder Sümpfe und ungezähmter Wassermassen aufkommen lassen.
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Naturbeobachtungen im Juni – Die Unsichtbaren

Die Welt ist nun sommerlich grün durch Myriaden frischer Blätter, die sich an Büschen und Bäumen entfaltet haben. Kaum haben sie das getan, werden sie auch schon wieder vertilgt. Mal abgesehen davon, dass wir uns auch selber aus jungen Buchen-, Linden- und Ahornblättern einen Salat machen können, sind es vor allem kleinere Konsumenten, die sich an dem üppigen Laub laben, und darunter wiederum hauptsächlich Insekten und ihre Larven (Bild: Pappelblattwespe). Nun ist ja allgemein bekannt, dass hinter all diesen zarten, saftigen, weichen, wehrlosen Raupen und Maden gerade jetzt die ganze Vogelschar her ist (Bild 2: Mittelspecht), und so steht bei vielen Insekten die Strategie des Tarnen-Täuschen-und-Verkrümelns hoch im Kurs. Dazu muss man sich allerdings schon etwas einfallen lassen, wenn das ersehnte Grün in luftiger und damit ziemlich exponierter Höhe hängt.
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25 Jahre Grünes Band

Das Grüne Band ist im Lauenburgischen wohl jedem BUND-Mitglied ein Begriff. Seit 1989 engagiert sich der BUND auf vielfältige Weise dafür, dass uns diese wertvollen naturnahen Landschaften erhalten bleiben. In Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein engagieren sich Aktive des BUND mit Flächenkauf und Management, Fach- und Öffentlichkeitsarbeit zu bedrohten Schutzgebieten entlang der Stecknitz und Delvenau, der Wakenitz und der Trave und sowie entlang der Ostseeküste für das Grüne Band. Dass das Engagement des BUND im Grünen Band seit 25 Jahren ununterbrochen und erfolgreich anhält, ist sicher ein Grund zur Feier. Aus diesem Grund haben am 25. April der BUND-Landesverband Mecklenburg-Vorpommern zusammen mit der Kreisgruppe Lübeck und uns, der Kreisgruppe Herzogtum Lauenburg, eine gemeinsame Bootsfahrt auf der Untertrave organisiert (Foto), zu der auch BUND kommunale und regionale Vertreter aus Politik und Verwaltung, den Medien sowie des amtlichen und privaten Naturschutzes eingeladen wurden, um den in besonderen Maße von Wasser geprägten Nordabschnitt des Grünen Bandes vorzustellen.
Zum kompletten Bericht und weiteren Bildern

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8. April: Kleine Sensation im Trafoturm

Unsere für den Waldkauz gedachte Höhle im Wohltorfer Trafoturm lieferte uns diese Tage eine Überraschung: Viele neue Gewölle, die zu groß waren für den Waldkauz. Doch wer konnte unser Gast gewesen sein? Wir schickten die Gewölle zu dem Säugetierexperten Peter Borkenhagen (wegen der Fraßreste im Gewölle) und erhielten folgende Antwort: "Es sind Schleiereulengewölle. Sie enthielten: 39 Waldspitzmäuse, 8 Zwergspitzmäuse, 2 Zwergmäuse, 1 Gelbhalsmaus, 1 Apodemus spec. (japanische Feldmaus) und 1 Rötelmaus."

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6. April: Frühlingswanderung in Segrahn

Die Wanderung am Segraner Berg führte auch zu der riesigen Kiesabbaumulde. Zitat aus der Promotionsarbeit von Dr. Carl-Heinz Schulz: "Beim Segrahner Berg handelt es sich um eine glazifluviatile Ablagerung aus Sand und Kies der Saale-Eiszeit im gestauchten Zustand. Seine Bedeutung erhält er als Nunatak (vom Eis umflossen) und somit erdgeschichtlich wichtiges Dokument. Er wird allerdings seit den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts als Kieswerk ausgebeutet. Sammler von Versteinerungen schätzen ihn."

Barbara Denker führte die Besucher durch die Fichtenkulturen vorbei an einzelnen Buchenmonumenten zur Kiesabbaumulde (Fotos: Heino Röder)

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4. April: Bericht Jahreshauptversammlung

Den inhaltlichen Beitrag zur diesjährigen Jahreshauptversammlung gab Birte Pankau aus der Landesgeschäftsstelle (Foto) mit ihrem Vortrag über das Projekt "Naturschutz in der Gemeinde". Kern ihrer Ausführungen: Das Verhältnis der Artenvielfalt zwischen Land und Stadt hat sich in den letzten Jahren zugunsten der dichter besiedelten Gebiete verändert. Der urbane Raum sei Lebensraum für gefährdete Tier- und Pflanzenarten geworden. Die Gründe lägen u.a. in einer gewachsenen Strukturvielfalt und in nährstoffärmeren Böden. Zudem seien die Städte wärmer, es gebe ein abwechslungsreiches Nahrungsangebot und ein jagdlicher Druck sei kaum vorhanden. Während sich Siedlungen immer weiter ausbreiteten und den Naturraum verkleinern, wachsen Biotopnischen in den Städten. Auf der anderen Seite beschneiden die Ortschaften durch Versiegelungen und Lückenbebauung auch immer mehr die Freiräume für tierisches und pflanzliches Leben.

Das Projekt "Naturschutz in der Gemeinde" soll helfen, europäische Biodiversitätsziele auch in Schleswig-Holstein umzusetzen und mehr natürliche Lebensqualität für die Bürger bereitzustellen. Dazu bietet der BUND  Beratung und Hilfestellung bei Maßnahmen. Darunter fallen Informaterialien und Seminare sowie die Entwicklung von Biotopverbundsystemen, die Neuanlage von Biotopen z.B. auf Verkehrsinseln und das Einwirken auf die Bauleitplanung im Sinne der Berücksichtigung von Belangen der Naturvielfalt. Angesprochen werden auch Kinder z.B. bei Projekten wie Wildbienenschutz und der Betreuung von gärtnerischen Anlagen in der Ortschaft.

Im formalen Teil folgten die Berichte des Vorstands. Die Kreisgruppe hat auch im letzten Jahr an der Gestaltung der Liegenschaften in Schretstaken, Witzeeze und im Pirschbachtal gearbeitet. Weitere Arbeitstitel sind das Grüne Band, die Begleitung der Umgestaltung der Lohe, die arbeitsintensiven Stellungnahmen bei der Bauleitplanung, die Mitwirkung bei Projekten auf Landesebene, die Betreuung von inzwischen drei Naturschutzgebieten, diverse Amphibienschutzmaßnahmen sowie die vielen Wanderungen, Radtouren und Vorträge. Der Stopp der Pläne zum Kiesabbau in Grande mit der Bedrohung des Billetals wurde unter maßgeblicher Beteiligung des BUND erreicht. Auch in diesem Jahr hat sich die Kreisgruppe um einen Stopp bei der Beseitigung von Baumgruppen an Straßenrändern bemüht. Zusammen mit der neuen Regierung könnte es hier erstmals Erfolge geben. Der Schwerpunkt der Anti-Atomkraft-Aktivitäten liegt aktuell bei der Auseinandersetzung um die Zwischenlagerung schwach- und hochradioaktiver Abfälle in Brunsbüttel und Geesthacht. Sollte eine Einlagerung in Brunsbüttel gerichtlich verhindert werden, müsse mit einer zusätzlichen Belastung in Krümmel gerechnet werden. Die Versammlung beschließt, die Klage gegen das Zwischenlager Brunsbüttel finanziell zu unterstützen.

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12. Februar: Naturschutzgebiet Lanken – BUND erhält Betreuung

Das Landesamt für Umwelt (LLUR) hat in der letzten Woche die Betreuung für das im Kreis Herzogtum Lauenburg liegende Naturschutzgebiet „Lanken“ auf den BUND übertragen. Als Betreuer vor Ort werden Bernhard Hub und Dr. Heinz Klöser zuständig sein. Beide sind bereits seit mehreren Jahren in der BUND Ortsgruppe Ratzeburg aktiv.

Zu den Aufgaben im Rahmen der Betreuung gehört es, die Entwicklungen im Schutzgebiet zu dokumentieren, den Naturschutzbehörden notwendige Maßnahmen vorzuschlagen, diese ggf. nach Genehmigung durch die Naturschutzbehörde auszuführen und die Öffentlichkeit über das Schutzgebiet zu informieren.
Zur Pressemeldung

Bei der Übergabe der Betreuungsunterlagen: Hans-Jörg Lüth (vom Landesvorstand des BUND), Bodo Koch (Untere Naturschutzbehörde), Edelgard Helm, Andrea Kühl und Dr. Thomas Holzhüter (alle LLUR)

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5. Januar: Dem Biber auf der Spur

Inzwischen sind sie keine Sensation mehr, die Spuren der Biber. Der BUND ist auf Grund einer Schenkung seit einigen Wochen im Besitz der Beverkuhle bei Büchen, ein Feuchtbiotop, in dem der Biber aktiv ist. Die heutige Wanderung unter der Leitung von Dr. Heinz Klöser führte dorthin. Es war lohnend. Insbesondere die frischen Fraßspuren der Biber (anbei ein Foto von Heino Röder).

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6. Dezember: Xaver spaltet erhabenen Baum

Die alte Rotbuche am Waldrand in Louisenhof / Müssen
(„Erhabener Baum“ Nr. 10)

Seit etwa 350 Jahren steht die alte Rotbuche am Waldrand in Louisenhof in der Gemeinde Müssen. Schon viel erlebt hat sie in ihrem langen Baumleben. Sie sah Gefechte gegen Napoleon, wechselnde Herrschaften, überlebte den Holzbedarf der Glashütten ebenso wie zwei Weltkriege mit Bombenangriffen, trotzte Dürreperioden, Wind und Wetter. Im  Frieden gewährte sie Menschen Schutz und Schatten, aber auch Zuflucht in der letzten Stunde.

Vor und hinter ihr wurden andere Bäume gefällt – durch eine Fällung riss ihr vor fast 20 Jahren ein anderer Baum einen Teil ihrer Krone weg, so dass auch ihre Fällung schon beschlossen wurde. Dann kam ein junger Mann, der alle Beteiligten davon überzeugte, den alten Baum doch unbedingt stehenzulassen. Er übernahm eine Patenschaft für den Baum, die ihm der damalige Bürgermeister Wachholz dann offiziell übergab. Er versicherte „seinen Baum“ auch über seine Firma, ein land-, forst- und gewässertechnisches Lohnunternehmen. Als die BUND-Kreisgruppe für das Projekt „Erhabene Bäume“ Baumfreunde kreisweit dazu aufrief, besondere und erhabene Bäume, Baumgruppen oder Alleen zu nennen, schickte Stefan Kratzenberg Fotos von „seinem Baum“ ein und war überglücklich, als er erfuhr, dass seine Buche unter die ersten zwölf „Erhabenen“ gewählt worden war und eine eigene Informationstafel zu ihrer Wertschätzung erhalten sollte. Auch Bürgermeister Riewesell unterstützte dieses Vorhaben. Der Naturschutz genießt in der Gemeinde einen hohen Stellenwert  – Müssen hat seit kurzem auch ein eigenes Naturkundehaus.

Am Nikolaustag 2013 nun hat Sturm „Xaver“ der alten Rotbuche den noch lebenden Kronenteil abgebrochen. Nur ein Baum-Torso von ca. 10 m Höhe blieb zurück. Zum Glück darf dieser aber auch weiterhin stehenbleiben und uns vom ganzen Kreislauf des Lebens die letzte Facette zeigen; denn ein sterbender Baum hat einen hohen ökologischen Wert als Lebensgrundlage vieler Pilze, Flechten und Insekten, von denen viele als gefährdete Arten eingestuft sind.

Die geplante Informationstafel, die das rege Leben in einem sterbendem Baum zum  Thema hat, trägt den Titel „Im Frieden leben – in Würde sterben“. Sie wird nach ihrer Fertigstellung vor Ort errichtet, sobald es das Wetter erlaubt.
Zum Projekt "12 erhabene Bäume"

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21. November: Quarzsandtagebau Grande – Erörterungstermin abgebrochen

Antragssteller Koops hatte Vertagung beantragt
Gegnergemeinschaft feiert Erfolg

Grande/ Kuddewörde.
Das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie hatte die ca. 700 Einwender gegen den von der Fa. Koops aus Glinde beantragten  Quarzsandtagebau in Grande zu einem Erörterungstermin geladen. Es kamen  betroffene Bürger, die Gemeinden Grande und Kuddewörde, Vertreter der Kreise  Hzgt. Lauenburg und Stormarn, sowie Vertreter des BUND als Träger öffentlicher Belange, um der Bergbehörde ihre Bedenken gegen eine Genehmigung des  Quarzsandabbaus auf der 80 ha großen Fläche gegenüber dem Billetal vorzutragen und von den Vertretern der Fa. Koops Antworten  auf grundsätzliche und detaillierte Fragen zu erhalten. Überraschend beantragte  die Fa. Koops am Mittag des zweiten Tages eine Vertagung der Anhörung mit einer dreimonatigen Frist,woraufhin das Bergamt das Verfahren unterbrach. Durch  die konkreten Einwände der Abbaugegner auf Fehler und durch offengelegte  Lücken in den Antragsunterlagen in die Enge getrieben, haben die  Vertreter von Koops damit eingestanden, dass für die reklamierte Fläche  nur ein geringer Teil von 12 ha im Besitz der Firma ist und ein  erforderlicher Erwerb weiterer Grundstücke nicht in Aussicht steht. 

Damit sei die Wirtschaftlichkeit für das Vorhaben nicht gegeben.  Aus der Sicht des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND),  der in der Anhörung mit Barbara Bertram (Kreisgruppen Stormarn) und  Hans-Heinrich Stamer (Herzogtum Lauenburg) aktiv vertreten war, ist der  Abbruch ein großer Erfolg. Besonders Bürgermeister Heinz Hoch aus Grande  hatte sich seit Jahren schon und unermüdlich in die Materie  eingearbeitet, zum Widerstand aufgerufen und besonders verdient gemacht.  Dazu sagt Hans-Heinrich Stamer: "Vor allem der solidarische und  kämpferische Zusammenhalt aller Betroffenen und Einwender mit ihren  Sachverständigen und Anwälten hat der Firma signalisiert, dass ihr  Vorhaben insgesamt nicht akzeptiert sondern hart bekämpft wird. Nach  Lage der Dinge hätte der BUND andernfalls auch die Gerichte angerufen,  um das Naturschutzgebiet Billetal mit seinen geschützten Tier- und  Pflanzenarten vor zusätzlicher Verlärmung, Staub, Verschlechterung der  Wasserqualität und einer ggf. auch zu besorgender Überschwemmung des Billetals bis  in die Ortschaften hinein zu schützen! Damit würde auch den Ortschaften Schutz gegeben."



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