Vortrag von Dr. Lutz Fähser
Von 2014 bis 2025 war der pensionierte Forstdirektor Dr. Lutz Fähser jedes Jahr für ein bis zwei Monate als Kurzzeitberater für das georgische Umweltministerium vor Ort tätig. Georgien sucht den Anschluss an die Normen der EU und speziell einer modernen nachhaltigen Forstwirtschaft. Fähser hatte früher im Stadtwald Lübeck ein Konzept der "Naturnahen Waldnutzung" eingeführt, das nach Bewertung der EU-Kommission als Referenz für eine fortschrittliche öko-soziale Forstwirtschaft gilt.
Georgien ist zu 45 Prozent mit Wald bedeckt, ganz überwiegend in den Bergen des Kaukasus, die bis über 5.000 m hoch sind. Es gilt dort, die ursprüngliche Wildnis weitgehend zu erhalten und dabei den hohen Bedarf der relativ armen Bevölkerung nach Holz für das tägliche Leben zu erfüllen. Alte sowjetische Gewohnheiten der zentralen Planwirtschaft müssen dafür zugunsten eigenständiger und nachhaltiger Bewirtschaftung abgelöst werden. Forstwirtschaft ist Gesellschaftswissenschaft. Lutz Fähser berichtet von dem Naturraum Georgien und dessen Problemen bei dem Übergang in die internationale Moderne. Politisch kämpfen momentan die Erneuerer mit den Bewahrern, welche sich wieder mehr dem benachbarten Russland anschließen möchten.
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